Paladin Insights | Steico: Udo Schramek erhält 44,80 Euro pro Aktie

Disclaimer: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information für Anleger der TGVs Paladin ONE und Paladin ORIGINS. Für Entscheidungen zum Kauf oder Verkauf von Anteilen der TGVs Paladin ONE und Paladin ORIGINS sind allein der Verkaufsprospekt und die Anlagebedingungen maßgeblich. Der Beitrag hat explizit nicht das Ziel, eine Investmentempfehlung für hier besprochene Wertpapiere auszusprechen. Es findet zudem keine Aktualisierung der hier getroffenen Aussagen statt.

Im Mai haben wir schon einmal über Steico berichtet. Wir erinnern uns: Das Unternehmen ist spezialisiert auf Bauprodukte aus nachwachsenden Rohstoffen und die gesteckten Klimaziele für den (deutschen) Immobilienbestand bieten dem Unternehmen ein hochgradig vorteilhaftes Umfeld.

Gleichzeitig haben wir die Konstellation in der Aktionärsstruktur thematisiert. Der irische Kingspan-Konzern hatte 51 Prozent vom Großaktionär Udo Schramek erworben und damit die Kontrolle übernommen. Nun wurde der nächste Schritt vollzogen, still und heimlich – und nur visibel als Randnotiz im Halbjahresbericht. Kingspan hat auch die verbliebenen Anteile von Herrn Schramek gekauft und die eigene Beteiligung damit auf nunmehr 61 Prozent ausgebaut.

Der Q2-Bericht von Kingspan verrät darüber hinaus, dass man sich mit Herrn Schramek auch auf die (finale?) Earn-out-Zahlung verständigt hat. Insgesamt hat man ihm im ersten Halbjahr nochmals 133,3 Mio. Euro überwiesen:

Uns interessiert natürlich, wie hoch der sich in Summe ergebende Kaufpreis für die Steico-Aktien tatsächlich gewesen ist. Und auch, wenn Kingspan hierüber gerne den Mantel des Schweigens hüllen würde (zumindest äußert man sich nicht auf konkrete Fragen), lässt sich dieser wie folgt gut herleiten:

Kingspan hat im Jahr 2023 knapp 7,2 Mio. Steico-Aktien für 35 Euro erworben. Das macht in Summe 252 Mio. Euro. Nun hat man weitere 1,4 Mio. Aktien erworben und inklusive Earn Out nochmals 133,3 Mio. Euro bezahlt. Insgesamt hat Kingspan damit rund 385,3 Mio. Euro für etwa 8,6 Mio. Steico-Aktien ausgegeben. Also 44,80 Euro pro Aktie und damit 80 Prozent mehr als der aktuelle Kurs.

Wir haben uns im Mai bereits klar positioniert: Wir sind beteiligt, weil wir bei Steico eine tolle operative Entwicklung in den kommenden Jahren erwarten (gestützt wurde diese Erwartung zuletzt bereits durch eine Prognoseanhebung für das Jahr 2025), und wünschen uns daher ein langfristiges Fortbestehen der Börsennotiz.

Sollten die Aktien der Minderheitsaktionäre aber bei Kingspan Begehrlichkeiten wecken, wäre es nur fair, wenn sich eine etwaige Kompensation an dem orientieren würde, was Udo Schramek erhalten hat. Ist dies nicht der Fall, bestünde Anlass genug, das ursprüngliche Zustandekommen der Transaktion nochmals zu beleuchten.