Quant Investorenbrief Q3/2020

„Niemand kann verlässlich prognostizieren, wo die Märkte morgen stehen.“

Paladin Quant Newsletter 09/2019

Wer im Februar glaubte, COVID-19 sei nur ein weiterer überschätzter Grippeerreger, wurde von einem beispiellosen Crash überrascht. Wer sich dann im März – inmitten des Sturms an den Märkten – gegen eine langwierige Korrektur abzusichern versuchte, wurde von der Wucht der darauffolgenden Erholung überrannt. Wer zuletzt zögerlich an der Seitenlinie verharrte, hat viel Performance verschenkt. Um jetzt doch in den Markt gezwungen zu werden. Was tun? Auf die Trends aufspringen, weil die Aktien laufen?
 
In diesem momentumgetriebenen Markt scheint alles möglich. Erst recht auf der Jagd nach Performance auf dem falschen Fuß erwischt zu werden. Deshalb bleiben wir dabei: am Ende gewinnt IMMER der beste Risikomanager. Und der versucht gar nicht erst kurzfristige Auf- und Abwärtsbewegungen zu prognostizieren. Unsere Kunst ist es deshalb, das aktuelle Risiko präzise einzuschätzen, um das Portfolio möglichst robust für jede noch so überraschende Marktentwicklung aufzustellen. Und das, ohne dabei Performance liegen zu lassen.  
 
Wir vermessen die Märkte täglich, umfassend und außerordentlich exakt. Details zu unserer Einschätzung der Marktphase und der aktuellen Positionierung unseres Fonds Paladin Quant Aktien Global Nachhaltig beleuchten wir in diesem Investorenbrief.
 
Für gewisse institutionelle Anlegergruppen bieten wir Spezialfonds an, die wir auf die jeweiligen individuellen Anlagekriterien hin maßschneidern. Dieses besonders schnell wachsende Segment unserer Gesellschaft stellen wir im Folgenden ebenso vor wie den Paladin Neuzugang, Dr. Lukas Schwarz. Er verstärkt seit Anfang August unser Team und wird uns als Quantitativer Portfoliomanager unterstützen.

 Die Themen im Einzelnen:

  1. Update Paladin Quant Aktien Global Nachhaltig
  2. Praxisbeispiel aus dem Bereich Spezialfonds
  3. Neu an Bord: Dr. Lukas Schwarz
  4. Gebührenstruktur Paladin Quant Aktien Global Nachhaltig
  5. Sustainability Congress 2020 (Vortrag Dr. Oliver Klehn)

Wir wünschen eine interessante Lektüre
Dr. Oliver Klehn

1. Update Paladin Quant Aktien Global Nachhaltig

Seit Aufflammen der Corona-Panik haben sich die Börsen deutlich erholt und bewegen sich derzeit unter erhöhter Volatilität seit- bis aufwärts. Auch unser Publikumsfonds Paladin Quant Aktien Global Nachhaltig konnte seit dem Tief im März zulegen, hat alte Höchststände aber noch nicht wieder ganz erreichen können. Seit Jahresbeginn weist der Fonds per Monatsultimo August eine Performance von -5,99% aus.

Der Paladin Quant Aktien Global Nachhaltig wurde am 15.10.2019 mit der Anteilsklasse S aufgelegt. Bereits Mitte April 2019 spiegelten wir unsere Strategie in einem Wikifolio, um eine Leistungshistorie bis zur Fondsauflage zu erzeugen. Die Zeitreihe des Wikifolios kann hier unter dem Reiter Analyse heruntergeladen werden.

Ein Anlageziel des Paladin Quant Aktien Global Nachhaltig ist die Verminderung von Wertschwankungen und Draw-Downs gegenüber unserer rechnerischen Vergleichsgröße, dem MSCI World Net Return in EUR. Das geschieht durch ein mathematisches Verfahren, welches die optimalen Gewichte der Einzeltitel im Portfolio unter Berücksichtigung der Volatilitäten und Korrelationen aller Aktien in unserem Anlageuniversum ermittelt. Unser Anlageziel entspricht damit auch exakt dem des Index MSCI World Minimum Volatility. Auch dieser Index und darauf basierende ETFs sind rein regelbasiert und fußen auf einem mathematischen Verfahren, das Wertschwankungen minimieren soll.

Quelle: Refinitiv Datastream, eigene Berechnungen

Das Bild zeigt die Wertentwicklungen zweier ETFs auf die beiden Indizes im Vergleich (Die Wertentwicklungen der wesentlich längeren Indizes selbst dürfen wir aus lizenzrechtlichen Gründen an dieser Stelle nicht zeigen). Es wird deutlich, dass der ETF auf den MSCI World Minimum Volatility eine kontinuierliche und stabile Outperformance gegenüber seinem großen Bruder, dem ETF auf den MSCI World, erzielen konnte.Diese Outperformance geht einher mit deutlich kleineren Wertschwankungen und geringeren Draw-Downs.

Es ist zu beobachten, dass es immer wieder kürzere Phasen gab, in denen der ETF auf den MSCI World kurzzeitig eine bessere Wertentwicklung erzielen konnte. Allerdings waren diese Phasen in der Regel nicht von langer Dauer, so dass Rückstände schnell wieder aufgeholt werden konnten. Ein Blick auf die historischen Wertentwicklungen der Indizes verstärkt diese Aussage, da für die Indizes eine deutlich längere Historie vorliegt. Im folgenden Balkendiagramm wird das deutlich.

Quelle: Refinitiv Datastream, eigene Berechnungen

Im Diagramm ist für jedes Quartal seit Ende 1998 die Überrendite des MSCI World Minimum Volatility Index im Vergleich zum MSCI World Index dargestellt. Quartale, in denen die Rendite des globalen Aktienmarkts gemessen am MSCI World negativ war, sind zudem hellblau hinterlegt. Aus dieser Grafik lassen sich folgende Aussagen über Aktienstrategien ableiten, die versuchen, Wertschwankungen zu minimieren.

  1. Der MSCI World Minimum Volatility ist auch im historischen Langfristvergleich renditestärker und deutlich schwankungsärmer als der MSCI World. Es gab jedoch immer wieder kürzere Phasen, in denen der Minimum Volatility Index renditeschwächer war.
  2. In der Tendenz ist der MSCI World Minimum Volatility Index bei fallenden Aktienmärkten renditestärker als sein großer Bruder, in Phasen mit hoher Volatilität steigender Märkte hingegen etwas schwächer. Das wird insbesondere bei den großen Einbrüchen und anschließenden Erholungen wie der Rezession nach der Jahrtausendwende, dem Platzen der Dotcom-Blase, der Finanzmarktkrise 2008/2009 oder der Eurokrise 2011/2012 deutlich. Auch während des Marktabsturzes der Corona-Panik hatte der MSCI Minimum Volatility Index die Nase vorn. Das dritte Quartal 2020 war eines der stärksten Quartale am Aktienmarkt seit der Jahrtausendwende. Insofern ist es wenig überraschend, dass der MSCI Minimum Volatility Index hier dem MSCI World Index so stark hinterherhinkt wie seit der Eurokrise von 2011/2012 und der Finanzmarktkrise von 2008/2009 nicht mehr.

 Der Blick in die Historie ist damit ein starkes Indiz, dass sich die derzeit schwächere Performance volatilitätsärmerer Strategien kaum sehr lange fortsetzen dürfte. Bei einem Investment in den ETF auf den MSCI World Minimum Volatility oder in andere volatilitätsärmere Aktienprodukte macht sich ein mittel- bis langfristiger Anlagehorizont bezahlt, denn geduldige Investoren profitierten in der Vergangenheit verlässlich von den Vorteilen des defensiveren Profils.
 
Die nachstehende Grafik vergleicht nun die Wertentwicklung des Paladin Quant Aktien Global Nachhaltig (bis zum 15.10.2019 wird die Zeitreihe des Wikifolios verwendet) mit den beiden ETFs auf die analysierten Aktienindizes.

Quelle: Wikifolio, Refinitiv, eigene Berechnungen

Die Übersicht macht zwei Sachverhalte unmittelbar deutlich:

  • Der Paladin Quant Aktien Global Nachhaltig erzielte gegenüber dem MSCI World Minimum Volatility bisher eine deutliche Überrendite. Der MSCI World lief in den letzten Wochen etwas besser, da wie schon besprochen vorwiegend offensivere Branchen an den Märkten gefragt waren. Im langfristigen historischen Vergleich von MSCI World und MSCI World Minimum Volatility sind solche Phasen aber meist – wie ebenfalls analysiert – nicht von langer Dauer.
  • Das konservative Risikoprofil des Paladin Quant Aktien Global Nachhaltig ist dem des MSCI World Minimum Volatility sehr ähnlich. Das ist beabsichtigt und ergibt sich aus unserem Anlageziel.

Wie lässt sich nun die Überrendite des Paladin Quant Aktien Global Nachhaltig gegenüber dem MSCI World Minimum Volatility erklären? Ein genauerer Blick auf die Unterschiede in den beiden regelbasierten Investmentprozessen soll helfen, die Frage zu beantworten.


Unterschied 1: Marktregime statt Durchschnitte historischer Daten

Dreh- und Angelpunkt bei der Portfoliokonstruktion sowohl im MSCI World Minimum Volatility als auch im Paladin Quant Aktien Global Nachhaltig ist die Messung beziehungsweise Schätzung von Volatilitäten und Korrelationen aller Anlageinstrumente. Im Index von MSCI geschieht das im Wesentlichen durch Bildung von Durchschnitten historischer Volatilitäten und Korrelationen, die in die Zukunft fortgeschrieben werden. Unser statistisches Modell identifiziert hingegen Marktregime (zum Beispiel Hochrisikophasen oder Phasen mit moderatem Marktrisiko) und leitet die Volatilitäten und Korrelationen aus dem aktuell vorherrschenden Marktregime ab. Dadurch erhalten wir eine andere Dynamik in der Portfoliokonstruktion, die es uns erlaubt, Dinge zu messen, die mit klassischen Methoden gar nicht erst identifizierbar wären.

Wesentlich für unsere Herangehensweise ist dabei, dass wir mit der Identifikation von Marktregimen nicht versuchen, kurzfristige Auf- und Abwärtsbewegungen zu prognostizieren. Vielmehr geht es darum, das aktuelle Risiko einzuschätzen, um das Portfolio möglichst robust aufzustellen. Ein aktuelles Beispiel: In Phasen hoher Volatilität (Hochrisikoregime Corona-Panik) steigen auch die Aktienmarktkorrelationen (Korrelationen von Einzelaktien oder Branchen untereinander) oft stark an. Das konnte man gut während der Marktkorrektur ab März 2020 beobachten, als die Korrelationen eine nie gekannte Höhe erreichten.

Tendenziell gilt: Je niedriger die Aktienkorrelationen sind, desto besser lässt sich das Portfoliorisiko durch breite Streuung von Aktien in unterschiedliche Branchen senken. Je höher aber die Korrelationen sind, desto weniger trägt eine breite Streuung zur Senkung des Portfoliorisikos bei. Zur Verringerung ist es hier dann oft vorteilhafter, weniger zu streuen und sich auf sehr defensive Branchen zu konzentrieren. Die konkrete Umsetzung in ein Portfolio leistet unsere marktregimebasierte Betrachtungsweise. Durch Bildung gleitender Durchschnitte historischer Daten ist das nicht zu leisten. Daher erlaubte unsere Art der Steuerung in der ersten Erholungsphase der Märkte ab Ende März 2020 eine deutliche Outperformance gegenüber dem MSCI World Minimum Volatility. Wie wir unseren Paladin Quant Aktien Global Nachhaltig während der Corona-Panik im Hochrisikomarktregime gesteuert haben, kann man ausführlich in unserem letzten Quant-Insights und  unserem Investorenbrief des 2. Quartals 2020 nachlesen.

Das aktuelle Marktregime ist nicht mehr jenes Hochrisikoregime, das sich durch extrem hohe Volatilitäten und vor allem durch noch nie dagewesene Aktienmarktkorrelationen auszeichnete. Das aktuelle Marktregime weist zwar weiterhin eine im historischen Vergleich überdurchschnittlich hohe Volatilität auf – auch wenn sich das aufgrund gewisser Gewöhnungseffekte nicht mehr so anfühlen mag. Die Aktienmarktkorrelationen sind jedoch deutlich zurückgekommen, so dass im Gegensatz zur Konzentration auf defensive Branchen im Hochrisikoregime wieder eine breitere Streuung zur Steuerung des Portfoliorisikos zu bevorzugen ist. So haben wir beispielsweise Positionen in nichtzyklischen Konsumgütern nahezu halbiert und dafür Industrietitel stärker gewichtet. Eine nennenswerte Kasseposition halten wir derzeit nicht. Unsere derzeitige Branchenpositionierung ist wie folgt:

Branchenallokation Paladin Quant Aktien Global Nachhaltig per 31.08.2020
Abweichungen gegenüber iShares MSCI World ETF per 31.08.2020
Abweichungen gegenüber iShares MSCI World Minimum Volatility ETF per 31.08.2020

Auch die Steuerung der Währungsseite hat zur Risikoreduktion beigetragen. Sowohl der MSCI World als auch der MSCI World Minimum Volatility haben ein Gewicht von jeweils über 60% in USD-Titeln. Hiervon unterscheidet sich die Währungsallokation im „Paladin Quant Aktien Global Nachhaltig“ deutlich:


Währungsallokation Paladin Quant Aktien Global Nachhaltig per 31.08.2020
Abweichungen gegenüber iShares MSCI World ETF per 31.08.2020
Abweichungen gegenüber iShares MSCI World Minimum Volatility ETF per 31.08.2020

Unterschied 2: Starkes Nachhaltigkeitsprofil
 
Der zweite Punkt, in dem wir uns deutlich vom MSCI World Minimum Volatility unterscheiden, ist ein sehr starkes Nachhaltigkeitsprofil, das Thema unseres letzten Investorenbriefs war.
 
Die Berücksichtigung belastbarer Nachhaltigkeitskriterien steigert die Portfolioqualität nochmals deutlich. Für ein verantwortungsvolles Portfolio investieren wir ausschließlich in Unternehmen, die nach den Kriterien Umwelt, Soziales und Unternehmensführung, den sogenannten ESG-Kriterien für nachhaltige Performance, bewertet werden. ESG-Kriterien liefern somit einen zusätzlichen Beitrag zur Risikoreduktion. Denn nachhaltig wirtschaftende Unternehmen sollten langfristig weniger anfällig gegenüber politischen Regulierungsmaßnahmen und operationellen Risiken sein und zugleich eine höhere Reputation in der Öffentlichkeit genießen. Investoren beginnen zunehmend, ESG-Kriterien bei ihren Anlageentscheidungen zu berücksichtigen, und es ist zu erwarten, dass sich dieser Trend weiter verstärkt. Wir gehen deshalb davon aus, dass nachhaltig aufgestellte Portfolios künftig eine überdurchschnittliche Rendite erwirtschaften werden. Die detaillierte Nachhaltigkeitsstrategie des „Paladin Quant Aktien Global Nachhaltig“ kann hier heruntergeladen werden.

2. Praxisbeispiel aus dem Bereich Spezialfonds

Das Geschäftsmodell der Paladin Quant GmbH basiert auf zwei Säulen: Publikumsfonds und Spezialfondsmandate. Beide Säulen sollen perspektivisch das gleiche Gewicht haben.  
 
Institutionelle Investoren benötigen oft spezialisierte, sehr individuelle Anlagestrategien, die durch Publikumsfonds so nicht abgebildet werden können, da diese auf ein breiteres Publikum zielen. Bei Spezialfondsmandaten spielen oft Risikorestriktionen eine große Rolle. Ein Beispiel: die Verluste aus dem Portfolio dürfen einen definierten Betrag innerhalb eines Kalenderjahres nicht überschreiten (sogenannte Wertuntergrenze) beziehungsweise unterjährig erzielte Wertentwicklungen sollen bis zu einem bestimmten Grad erhalten bleiben. Üblich sind auch Restriktionen hinsichtlich Fremdwährungsrisiken oder spezielle Anforderungen an die Nachhaltigkeit der allokierten Unternehmen. Geeignete Strategien müssen daher exakt an den Bedürfnissen des Investors ausgerichtet werden, was Publikumsfonds naturgemäß nicht leisten können.
 
Die Lösung für institutionelle Anleger besteht oftmals darin, bei einer Kapitalverwaltungsgesellschaft einen sogenannten Spezialfonds auflegen zu lassen. Dieser wird in der Regel in mehrere Segmente unterteilt, deren individuelles Management dann verschiedene (spezialisierte) Asset-Manager übernehmen.

Praxisbeispiel: Paladin Quant managt ein Spezialfonds-Segment für eine Versicherung

An dieser Stelle möchten wir ein Beispiel aus unserer Praxis vorstellen, das exemplarisch für den Individualisierungsgrad solcher Mandate steht. So betreuen wir neben weiteren institutionellen Spezialfonds-Mandaten das Aktiensegment eines Spezialfonds einer Versicherung mit folgenden Nebenbedingungen:

  • Die Versicherung möchte innerhalb dieses Mandats ausschließlich physisch in Aktien investieren, deren Quote zwischen 0% und 100% betragen darf.
  • Das langfristige Anlageziel ist ein möglichst hoher durchschnittlicher Ertrag. Dabei darf der maximale Draw-Down innerhalb eines Kalenderjahres 14% nicht überschreiten.
  • Es gibt also eine dynamische Wertuntergrenze, die mit Erreichen neuer Jahreshöchststände nach oben angepasst wird. Zum Jahreswechsel wird sie zurückgesetzt auf 14% unterhalb des dann aktuellen Fondspreises.
  • Eine weitere Nebenbedingung dieses Mandats ist ein starkes Nachhaltigkeitsprofil. Wir sind durch unsere Kooperation mit ISS ESG in der Lage, auch spezielle Nachhaltigkeitsbedürfnisse unserer Kunden zu erfüllen.

Die Herausforderung bei solch speziellen Strategien ist es, möglichst nie die Wertuntergrenze zu berühren. Die Folge wäre verheerend: man müsste den kompletten Aktienbestand verkaufen und säße in der Cash-Falle, das heißt, man würde dann 100% Cash bis zum Jahresende halten müssen. Von möglichen Aktienmarkterholungen könnte man nicht mehr profitieren.
 
Einfache Methoden wie der Kauf und das Halten eines Aktienindex bis zum Berühren der Untergrenze führen nicht zu guten Ergebnissen. Instrumente der Vergangenheit wie CPPI (Constant Proportion Portfolio Insurance) tun dies ebenso wenig, da sie einen risikolosen positiven Zins voraussetzen. Außerdem arbeiten diese Instrumente ausschließlich „mit Blick in den Rückspiegel“ und berücksichtigen nie das aktuelle Marktrisiko.
 
Einzig zielführend ist es, bei Abschwüngen am Aktienmarkt möglichst vorausschauend die Investitionsquote zu verringern, um erst gar keine große Nähe zur Wertuntergrenze entstehen zu lassen. Ein größerer Abstand zur Untergrenze erlaubt grundsätzlich eine höhere Investitionsquote, wobei diese – anders als bei CPPI – auch vom aktuellen Marktrisiko abhängen sollte. Denn für eine bestimmte Investitionsquote ist bei risikoarmen Märkten ein kleinerer Abstand zur Wertuntergrenze tolerierbarer als in sehr volatilen Marktphasen. Es ist auch klar, dass man mit schwankungsarmen Portfolios besser fährt als mit offensiv ausgerichteten. Die Basisstrategie unseres Publikumsfonds passte für dieses Mandat perfekt: Wir haben das Nachhaltigkeitsprofil (also das erlaubte Anlageuniversum) zu 100% übernommen und die Risikosteuerung so angepasst, dass das Ziel der Höchststandsicherung bei möglichst hoher durchschnittlicher Aktienquote erreicht werden kann. Das konnte man vor allem während der Corona-Panik sehr gut beobachten. Die folgende Grafik bildet die reale (von der KVG ausgewiesene) Wertentwicklung unseres Spezialmandates nach allen Kosten ab.

Quelle: Ampega Investment GmbH, Refinitiv, eigene Berechnungen
Quelle: Ampega Investment GmbH, eigene Berechnungen

Unsere Investoren und Gesprächspartner berichteten, dass viele von ihnen beauftragte Asset-Manager aufgrund der Dynamik des Marktabsturzes die jeweilige Wertuntergrenze (teilweise massiv) unterschritten haben. Die Anleger konnten aufgrund der Cash-Falle nicht mehr von der Erholung der Märkte profitieren beziehungsweise in bestimmten Vermögensklassen bei Renteninstrumenten das Risiko nicht mehr managen oder die Positionen wegen mangelnder Marktliquidität glattstellen. Andere wiederum waren derart „überrascht“, dass man auf kurzfristige Maßnahmen „verzichtete“ und sich die jeweiligen Mandate durch die allgemeine Markterholung in ihrer Wertentwicklung wieder verbessern konnten. Nicht auszudenken, wenn sich die Kapitalmärkte nicht in der erlebten Form erholt hätten…
 
Wir können auch bei höchsten Marktschwankungen durch intelligente Gewichtung der Einzelaktien sowie eine dem Marktrisiko angepasste rechtzeitige Senkung der Aktienquote jederzeit genügend Abstand zur Wertuntergrenze wahren, so dass wir uns aktuell im vorgestellten Mandat eine Aktienquote von immerhin 58% leisten können. Der Einsatz von Derivaten ist dabei nicht notwendig. Zudem wird hier auch der Vorteil schwankungsarmer Portfolios ersichtlich. Man kann ihre Aktienquote durchschnittlich deutlich höher halten als dies bei offensiveren Portfolios der Fall wäre. Würden wir unser Anlageuniversum nicht individuell gewichten, sondern direkt in den Index MSCI World investieren, erlaubte uns dies eine Investitionsquote von lediglich 30% in der aktuellen Phase. Mit unserer Herangehensweise kann der Anleger trotz der Risiko- und Verlustbegrenzung von weiteren Preisanstiegen der Kapitalmärkte im Jahresverlauf profitieren. Diese für den Anleger enorm wichtige Anforderung können wir aufgrund unserer Prozesse und Infrastruktur darstellen. Beispielsweise lässt sich der Preisverlauf durch eine durchdachte Kombination von harter Fondspreisuntergrenze in Verbindung mit Höchststandsicherung und einem Value-at-Risk-Limit noch deutlich weiter stabilisieren. Diese Limits werden jährlich nachgezogen und der Anleger kann davon ausgehen, die Fondspreisuntergrenze selbst in einem Jahr wie 2020 nicht zu unterschreiten.
 
Auf der Vertriebsseite haben wir uns bei Paladin bereits im Juni mit Michael Schnabl verstärkt, der die Bedürfnisse institutioneller Kunden aufgrund seiner langjährigen Erfahrung in relevanten Positionen bestens kennt. Denn wie ein guter Schneider passen wir unsere Produkte nicht nur exakt an die Kundenbedürfnisse an, sondern beraten unsere Mandanten auch bei der Wahl bestimmter Parameter der Anlagestrategien und simulieren für diese die Auswirkungen auf das Portfolio.
 
Wachstum bedeutet auch höheren Personalbedarf: Wir freuen uns daher, Dr. Lukas Schwarz als neuen Quantitativen Portfoliomanager für die Paladin Quant GmbH gewonnen zu haben.

3. Neu an Bord: Dr. Lukas Schwarz

Dr. Lukas Schwarz wechselte zum 01.08.2020 von der Hamburger Lloyd-Fonds-Gruppe zur Paladin Quant GmbH. Im Lloyd-Fonds-Verbund war er zuletzt als Senior Investment Officer Teil des Tandems für die Bereiche „Macro Intelligence“ und „Investment Office“ sowie als Prokurist der Vermögensverwaltung der Gruppe für quantitative Aktienstrategien verantwortlich. Darüber hinaus arbeitete er bei Lloyd an der Entwicklung und Qualitätssicherung KI-basierter Portfolioalgorithmen mit. Zuvor war er für das Hamburger Multi-Family-Office MARCARD, STEIN & CO als Kapitalmarktstratege tätig. Zu seinen Aufgabenschwerpunkten zählten hier die Erarbeitung und Umsetzung der strategischen und taktischen Asset-Allokation sowie die laufende Risikoüberwachung und -steuerung für bedeutende Familien- und Stiftungsvermögen. Dr. Lukas Schwarz studierte Volkswirtschaftslehre an den Universitäten Mannheim und Harvard und promovierte in Harvard im Bereich der theoretischen Makroökonomik.

4. Gebührenstruktur Paladin Quant Aktien Global Nachhaltig

Im Zuge der Praxisrelevanz und der Ausrichtung am Kundenbedarf haben wir uns entschlossen, die Gebührenstrukturen unserer Anteilsklassen zum 01.01.2021 geringfügig anzupassen:

Für die Anteilklasse S (a) gibt es keine Veränderungen.

Bei der Anteilsklasse I (a) streichen wir die Performance-Fee und erhöhen die Verwaltungsgebühren von 76bp auf nun 86bp. Das liegt vor allem darin begründet, dass einige Investoren nach internen Richtlinien nicht in Anteilsklassen mit einer Performance-Fee investieren dürfen. Um diesen Investoren dennoch ein Investment zu ermöglichen, wird die Performance-Fee gestrichen und im Gegenzug die Verwaltungsgebühr moderat erhöht. In der Auswirkung dürfte das voraussichtlich sogar zu einer leicht niedrigeren Gesamtkostenquote dieser Anteilsklasse führen.

In der Retail-Tranche P (a) haben wir uns entschieden, die Verwaltungsgebühren für diese Anteilsklasse von 136bp auf 166bp zu erhöhen. Damit liegen die Verwaltungskosten nach wie vor deutlich unter dem Durchschnitt vergleichbarer Aktienprodukte.

5. Sustainability Congress 2020 (Vortrag Dr. Oliver Klehn)

Auf dem Sustainability Congress 2020 hält Dr. Oliver Klehn am 08.09.2020 um 14 Uhr im Rahmen eines Workshops einen 15-minütigen Kurzvortag. Es folgt eine anschließende Fragerunde mit Björn Drescher von der Drescher & Cie AG, die diesen Kongress ausrichtet.

Der Titel des Vortrags lautet: „Risikoreduzierte Aktienanlage bei Berücksichtigung strenger Nachhaltigkeitskriterien durch Anwendung von Mustererkennungsverfahren“. Der Workshop wird als digitales Format durchgeführt. Interessierte können sich unter diesem Link für den Workshop anmelden. Die Teilnahme kann über einen Livestream oder auch Zoom erfolgen.