Vorhang auf | Die Paladin Quant stellt sich vor

Vorhang auf für Dr. Oliver Klehn, 45 Jahre alt, Beruf: Promovierter Mathematiker, quantitativer Analyst und Datendompteur. Bis vor kurzem trug er Anzug und Krawatte – die passende Uniform für zehn Jahre Karriere bei Talanx und Nord/LB AM. Heute trägt er Bart, zumeist Turnschuhe und ist Geschäftsführer der Paladin Quant.

Quantensprünge

Gemeinsam mit Marcel Maschmeyer und seinem Team will er einer Idee zum Durchbruch verhelfen, die das große Potential hat, Portfoliomanagement in seiner etablierten Form zu verändern: mit einem Frühwarnsystem für Extremereignisse am Kapitalmarkt, das treffsicher frühzeitige Reaktionen ermöglicht und Risiken sichtbar macht, die klassische Methoden so nicht einmal erkannt hätten. Das Ergebnis? Permanent optimierte Portfolios, die in Sachen Performance und Stabilität einen „Quantensprung“ ermöglichen können.

Voraussichtlich zum 1. November erhalten Anleger erstmals die Möglichkeit, in den Paladin Quant Aktien Global Nachhaltig zu investieren. Unter diesem Namen geht der erste OGAW-Publikumsfonds unter Flagge der Paladin Quant an den Start. Erfahren Sie in den nächsten Wochen in unserer mehrteiligen Serie weitere Hintergründe zu Dr. Oliver Klehn, dem Quant-Team, seinem höchstmodernen, präzisen und quantitativen Investmentprozess sowie dem Fondskonzept. Doch beginnen wir ganz vorn…

Die Mutter aller Fragen

Machen wir uns bewusst: Sicherheit ist ein Grundbedürfnis; das gilt auch für Investoren und Portfoliomanager. Der goldene Schlüssel oder der heilige Gral der Kapitalanlage, nennen Sie es wie sie wollen. Wir alle sind auf der Suche nach dem robusten Portfolio, das Stürmen trotzt und dabei eine dem Aktienmarkt angemessene Performance erwirtschaftet.

An dieser Aufgabenstellung haben sich unter anderem Nobelpreisträger versucht und erste Lösungsansätze gefunden. Der US-amerikanische Ökonom Markowitz war so ein Zeitgenosse; seine Arbeit zur modernen Portfoliotheorie war 1952 revolutionär und erhielt 1990 den Nobelpreis. „Ich habe zu keinem Zeitpunkt meiner Laufbahn an dickeren Brettern gebohrt, als an diesen“, verrät Dr. Klehn. „In puncto Risikomessung habe ich dabei wahrscheinlich so ziemlich alles am Markt Verfügbare gesehen – nichts hat mich nachhaltig überzeugt. Heute weiß ich, dass mathematisch-statistische Verfahren diese Fragen in einer Weise beantworten können, wie ich es selbst nicht für möglich gehalten hätte. Ich freue mich sehr darauf, die Ergebnisse in den kommenden Monaten mit Ihnen zu teilen.“

Ganz von vorn: Quant Basics

Widmen wir uns zu Beginn einigen Begrifflichkeiten, die im Folgenden das Verständnis deutlich erleichtern werden. Das Wort Quant leitet sich ab von quantifizieren oder quantitativ. Quants sind diejenigen, die sich mit mathematisch-statistischen Fragestellungen im Kapitalmarktumfeld befassen. Das können Risikocontroller sein, die Methoden zur Messung von Finanzmarktrisiken entwickeln oder auch Mathematiker und Physiker in den Kapitalmarktbereichen von Banken, die sich mit Modellen für die Bewertung komplexer Finanzinstrumente beschäftigen. Im Bereich der Kapitalanlage entwickeln Quants Quant(itative) Anlagestrategien.

Ganz allgemein versteht man darunter all jene Anlagestrategien, die wesentlich auf dem Einsatz mathematischer oder statistischer Methoden fußen. Dr. Klehn wird deutlich: „Wer das Portfoliorisiko exakt steuern will, kommt an Quant-Strategien nicht vorbei.“ Kontinuierliche Risikoüberwachung ist heute selbstverständlich, liefert aber noch keine Handlungsempfehlungen. Konkrete Maßnahmen ergeben sich erst aus der mathematischen Portfoliooptimierung, wie wir sie täglich einsetzen.

Das beste Blatt entscheidet. Nicht.

Erinnern Sie sich noch an den Poker-Boom vor einigen Jahren? Man konnte beobachten, dass bei großen Turnieren die immer gleichen Spieler erfolgreich abschnitten. Wie ist das zu erklären, wenn doch jeder Spieler im Schnitt gleich gute Karten bekommt und niemand in die Zukunft oder die Karten der Mitspieler blicken kann? Zugegeben, manche sind Meister der psychologischen Kriegsführung, die bluffen können und den Gesichtsausdruck des Gegenübers treffend interpretieren. Das allein jedoch ist keine hinreichende Erklärung.

Dr. Klehn legt sich fest: „Die einzig zufriedenstellende Erklärung für den Erfolg einzelner ist deren überragendes Risikomanagement. Gute Spieler sind in der Lage, die vor ihnen auf dem Tisch liegenden Jetons unbedingt zu schützen. Die Höhe des Einsatzes wird mit Blick auf die Gewinnerwartung und das Risiko genau quantifiziert.“

So einfach also: die besten Pokerspieler sind die besten Risikomanager. Das bedeutet äußerste Disziplin im Spiel beim Umsetzen der Strategie. Ein guter Pokerspieler lässt sich nicht von Emotionen oder Irrationalitäten leiten. Schlechte Pokerspieler hingegen sind häufig diejenigen, die sich zu impulsivem Handeln hinreißen lassen. Das gilt auch für Portfoliomanager.

Kapitalanlage ist kein Glücksspiel, aber Unsicherheit begegnet einem auch dort. Niemand kann verlässlich prognostizieren, wo die Märkte morgen stehen. Es gibt unseres Erachtens keine Modelle, die das leisten könnten, auch wenn zum Teil das Gegenteil behauptet wird. Wir versprechen nur, was wir auch halten können. Deshalb beschäftigen wir uns nicht mit Glaskugeln. Unser Fokus liegt allein auf der Perfektionierung des Risikomanagements, von dem unsere Investoren profitieren. Die Anwendung quantitativer Anlagestrategien ermöglicht es uns, strikt rational zu entscheiden.

Exkurs: mathematische Portfoliooptimierung

Bei der mathematischen Portfoliooptimierung nach Markowitz geht es darum, aus einer Auswahl an Wertpapieren ein möglichst effizientes Portfolio zu entwickeln. Effizient darf sich ein Portfolio dann nennen, wenn es kein weiteres Portfolio mit mindestens gleicher Renditeerwartung und niedrigerem Risiko gibt. Ein effizientes Portfolio zu gegebener Renditeerwartung ist also bezogen auf das Risiko optimal.

Investoren suchen fortwährend optimale Portfolios. Kein Investor ist bereit, ein vermeidbares Risiko zu tragen. Wir halten fest, dass die Investition in ein effizientes Portfolio die effektivste Art des Risikomanagements darstellt. Ein Investor, der bereit ist, einen bestimmten absoluten Betrag als Risikobudget zur Verfügung zu stellen, kann letztlich einen höheren Betrag in ein effizientes Portfolio investieren als in ein ineffizientes. Das wiederum ermöglicht – durch den höheren Investitionsbetrag – eine höhere erwartete Rendite.

Es ist gut untersucht, dass marktkapitalisierungsgewichtete Aktienindizes wie der MSCI World weit davon entfernt sind, effizient zu sein. Auch naive Gewichtungen, wie etwa die Gleichgewichtung, können das nicht leisten. Die Bestimmung eines effizienten Portfolios, also die optimale Umsetzung der „lege-nicht-alle-Eier-in-einen-Korb“-Empfehlung, ist eine komplexe mathematische Aufgabe. Bei einem Anlageuniversum von 100 Aktien gehen in diese mathematische Aufgabenstellung bereits 5.150 unterschiedliche Parameter ein (nämlich die erwarteten Renditen, Volatilitäten und Korrelationen der Einzeltitel).

So bestechend die Idee von Markowitz auch sein mag: es gibt zahlreiche Kritikpunkte an herkömmlichen, darauf aufbauenden Portfoliomanagementansätzen. Vereinfachende Annahmen, die damals getroffen wurden, halten der Realität nicht Stand. So gehen hier beispielsweise historische Daten in die Berechnungen ein, die einfach in die Zukunft fortgeschrieben werden. Wir können jedoch beinahe täglich beobachten, dass die Realität diese Annahme widerlegt. Das Risiko extremer Negativereignisse, sogenannter schwarzer Schwäne, wird dadurch stark unterschätzt.

Wir haben die Portfoliooptimierung nach Markowitz und auch die Risikomessung anhand historischer Daten in wesentlichen Punkten signifikant weiterentwickelt, um ihre Schwächen auszumerzen. Dabei analysieren wir täglich eine große Menge globaler Finanzmarktdaten und wenden darauf moderne statistische Modelle an, die der Mustererkennung zuzuordnen sind. Im Fokus stehen die zeitnahe Identifikation und Steuerung von Risiken. Unsere Verfahren basieren auf Szenarioanalysen und haben die permanente Optimierung des Portfolios zum Ziel.

Paladin Quant Aktien Global Nachhaltig

In diesem Herbst legen wir unter Flagge der Paladin Quant als Advisor mit der Kreissparkasse Köln als Verwahrstelle und der Ampega Investment GmbH als Kapitalverwaltungsgesellschaft unseren ersten eigenen Publikumsfonds auf. Bei der Definition der Anlagestrategie konnten wir auf zahlreiche Rückmeldungen und Wünsche aus Gesprächen mit institutionellen Investoren, Vermögensverwaltern und Family Offices eingehen. Das Management der Paladin Quant wird ebenfalls signifikant im Fonds investiert sein.

Wir wollen ein „reines“ Produkt ohne „Schnickschnack“. Erlaubt sind daher nur die Anlageklassen Aktien und Liquidität. Derivate schließen wir aus. Die Aktienquote wird 51% zu keinem Zeitpunkt unterschreiten.

Wir wollen global und nachhaltig investieren. Deshalb wird das Anlageuniversum durch den MSCI World SRI – kurz für Socially Responsible Investment – definiert. Damit investieren wir nach dem Best-in-Class-Prinzip in die nachhaltigsten Unternehmen weltweit. Kategorisch ausgeschlossen sind zudem Unternehmen mit Bezug zu Atomkraft, Tabak, Alkohol, Glücksspiel, Kriegswaffen, zivilen Feuerwaffen, gentechnisch veränderten Organismen, Kohleverstromung und Pornografie und ebenso Unternehmen, die gegen globale Normen wie den UN Global Compact verstoßen.

Unsere Anlagestrategie zielt darauf ab, eine Rendite oberhalb der des MSCI World zu erzielen, dabei aber deutlich geringere Draw-Downs und eine geringere Volatilität in Kauf nehmen zu müssen. Das Portfolio soll auch in unruhigen Marktphasen robust aufgestellt sein. Durch die aufwendige tägliche Analyse von mehr als 100.000 Szenarien analysieren wir jene Portfoliozusammensetzungen, die mindestens die Rendite des MSCI World erwarten lassen und wählen aus diesen Portfolios dasjenige aus, das den geringsten Draw-Down erwarten lässt. In unseren Berechnungen werden dabei hohe Portfolioumschläge mit einem Malus bestraft. Dadurch gewährleisten wir eine ruhige Portfoliosteuerung.

Die Auflage wird zum 1. November 2019 erfolgen. Derzeit führen wir Gespräche mit Seed-Kapital-Gebern, die aktuell noch von extrem kostengünstigen Konditionen profitieren. Details zur Ausgestaltung der Strategie finden Sie hier. Sollten Sie ebenfalls Interesse haben, setzen Sie sich gern mit uns in Verbindung.

Verfolgen Sie bis zur Fondsauflauge die Musterstrategie live auf Wikifolio.